Berlinfahrt der CDU-Senioren

Auf Einladung von Dr. Heider, MdB volles Programm für die Senioren

Bekanntlich ist Berlin immer eine Reise wert. Wohl kaum jemand ist bislang unbetroffen und unbegeistert zurückgekehrt. Manchmal aber geschieht etwas auch für erfahrene Berlinreisende besonders Außergewöhnliches. So ist es den 23 Mitgliedern der Schalksmühler CDU-Seniorenunion ergangen, die am Abend der großen Bundestagssitzung über die EURO-Rettung in der Bundeshauptstadt eintrafen.
Das Brandenburger TorDas Brandenburger Tor
Sogleich beim Abendessen erfuhr man vom CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Heider das Wichtigste über den Ablauf dieser dramatischen Sitzung.
Zusammen mit 26 Senioren aus dem Kreis Olpe konnte man dann selbst als Gäste an einer Plenarsitzung im Bundestag teilnehmen. Anschließend traf man sich wieder separat mit MdB Dr. Heider. Das war aber noch nicht der Höhepunkt der Reise. Nach wenigen Minuten trat auch der Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert in den Besprechungsraum ein und erläuterte den angereisten Westfalen den Ablauf einer Plenarsitzung, die Aufgaben des Präsidenten und seine Überparteilichkeit, die er in seiner Funktion wahren muss. In sehr überzeugender Weise, gewürzt mit brillanten Funken seines niemanden verletzenden Humors, verdeutlichte er, dass Griechenland geholfen werden müsse, nicht nur und nicht einmal in erster Linie aus Nächstenliebe, sondern vor allem, damit nicht der EURO scheitert und somit auch die Wirtschaft zusammenbräche, zumal die am meisten exportorientierte deutsche Wirtschaft von diesem Schaden am nachhaltigsten getroffen würde.
Im Laufe der 4 Besuchstage gab es natürlich noch ein opulentes Rahmenprogramm: Besuch von Ministerien und Gedenkstätten sowie den Besuch der Landeszentrale des Technischen Hilfswerkes. Die dort von einem vorzüglichen Referenten vorgetragenen Fakten enthielten für die Zuhörer manche Überraschung, z.B. dass die meisten Mitarbeiter dieses Hilfswerks ehrenamtliche Mitarbeiter sind und dass es im Ausland nirgendwo einen derart als staatliche Behörde strukturierten Katastrophenschutz gibt. Außerdem wurde die praktische Arbeit des Hilfswerks etwa bei Erdbeben in aller Welt noch an Hand eines Einsatzfahrzeugs demonstriert.
Abschließend ist noch der Besuch der Stauffenberg-Ausstellung im Bendler-Block zu erwähnen. Hier wurde der deutsche Widerstand in so sachkundiger und eindringlicher Weise von zwei Wissenschaftlerinnen erklärt, alle gestellten Fragen wurden so klar und hinreichend beantwortet, dass wohl alle Senioren (und auch drei jüngere Teilnehmer, darunter der CDU-Vorsitzende Jörg Weber) zutiefst betroffen waren. Die meisten Zuhörer mussten an eigene Kindheitserlebnisse schmerzlich zurückdenken; die erwähnten jüngeren Teilnehmer erinnerten sich wohl auch an vergleichbare Detailerzählungen der Eltern. Diese Stauffenberg-Gedenkstätte, die es in dieser Form früher nicht gegeben hat, dürfte in Deutschland die umfassendste und eindringlichste Darstellung der Nazi- Machenschaften, der Leiden der Opfer und der verschiedenen deutschen Widerstandsversuche sein, jedenfalls dann, wenn man derart herausragende Erklärer hat wie in diesem Falle.

Berlin-Fahrt 2011